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Es allen recht machen – und der Preis dafür

Du merkst es immer als Erste, wenn jemand schlecht gelaunt ist. Du springst ein, bevor jemand fragt. Du sagst Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst – und räumst innerlich gleich wieder auf, was dabei liegen geblieben ist. Wenn du dich darin wiedererkennst: Das ist keine Schwäche. Es ist eine Fähigkeit, die dich viel gekostet hat.

Es ist Donnerstag, kurz vor fünf. Eine Kollegin fragt, ob du „nur ganz kurz" etwas übernehmen kannst. Dein Kalender ist voll, dein Kopf auch. Du hörst dich sagen: „Ja klar, kein Problem." Du lächelst. Auf dem Heimweg fällt dir ein, dass du für heute Abend eigentlich nichts anderes geplant hattest als Ruhe. Und dann ist da dieses Ziehen im Nacken, das du schon kennst.

Was ständiges Rücksichtnehmen mit deinem Nervensystem macht

Wer es allen recht machen will, ist innerlich dauernd auf Empfang: Wie wirkt das gerade? Ist jemand enttäuscht? Muss ich etwas geraderücken? Das ist eine enorme Leistung, die niemand sieht – nicht einmal du selbst. Für dein Nervensystem bedeutet das Dauerbereitschaft. Es kommt kaum dazu, wirklich herunterzufahren, weil immer irgendwo jemand sein könnte, der etwas braucht oder sich über etwas ärgert.

Jedes Ja, das eigentlich ein Nein war, ist ein kleiner Zufluss – unsichtbar, aber nicht folgenlos.

Stell dir wieder dein Fass vor. Ein einzelnes „Klar, mach ich" kostet fast nichts. Aber über Wochen und Monate füllt sich das Fass mit dem, was du dabei runterschluckst: eigener Müdigkeit, leisem Ärger, unerfüllten Bedürfnissen. Und wenn es fast voll ist, reicht ein Wetterumschwung oder eine kurze Nacht als letzter Tropfen. Dann sucht man nach dem Auslöser – dabei war die Grundlast längst da.

Was beim Es-allen-recht-Machen oft mit im Fass landet

Ich kenne das gut. Ich war lange diejenige, die ihren Terminkalender nach den Wünschen aller anderen gebaut hat und sich dabei als besonders zuverlässig empfand. Dass ich dafür einen Preis zahle, habe ich erst gemerkt, als mir klar wurde, wie selten ich mich selbst gefragt habe, was ich eigentlich brauche. Auch bei den Frauen, die ich begleite, begegnet mir das oft: Gerade die Fürsorglichen tragen still am meisten.

Wichtig ist mir: Das ist kein Vorwurf. Migräne ist eine neurologische Erkrankung – du hast sie dir nicht „erarbeitet", und nichts davon ist deine Schuld. Dein Einfühlungsvermögen ist eine echte Stärke, und sie darf bleiben. Die Frage ist nur, ob du dabei auch vorkommen darfst. Die Grundlast bestimmt nicht, ob Migräne da ist, sondern nur, wie schnell das Fass überläuft – und genau da kann es sich lohnen, genauer hinzuschauen.

Wenn du neugierig bist, wie viel davon bei dir gerade im Fass liegt – innerer Druck, unterdrückte Emotionen, innere Muster –, ist der kostenlose Migräne-Fass-Check ein sanfter erster Schritt. Und vielleicht probierst du diese Woche einmal aus, bei einer Kleinigkeit kurz innezuhalten, bevor du Ja sagst: Will ich das gerade – oder will ich nur, dass es für alle okay ist?

Kennst du dieses Gefühl?

Wenn dich meine Geschichte berührt hat, lass uns unverbindlich sprechen. In einem kostenlosen Kennenlernen schauen wir gemeinsam, ob ich die richtige Begleitung für dich bin – ohne Druck.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung und dient nicht der Behandlung körperlicher oder psychischer Erkrankungen.